Montag, 10. Oktober 2016

Warum EU-Bio oder Demeter?


Nur EU-Bio, höre ich abwertend gemeinte Äußerungen von Kunden, wenn sie ein Weinetikett etwas genauer ansehen. Sie vermissen  das Logo eines Anbauverbands wie Bioland, Demeter oder eines ausländischen Verbands, deren Vorschriften etwas strenger als die EU-Regeln sind.
Der Grund warum Winzer keinem Bio-Verband beitreten ist meist nicht der, dass sie strengere Regeln fürchten, sondern es geht Ihnen um die Vermeidung der ganz erheblichen Mitgliedsbeiträge die an diese Verbände zu bezahlen sind. Eine Mitgliedschaft in einem dieser Verbände befreit sie nämlich nicht, sich zusätzlich gemäß der EU-Öko-Verordnung vorgeschriebenen Kontrolle durch eine staatlich anerkannte Kontrollinstanz kontrollieren zu lassen, die ebenfalls zu bezahlen ist.

Neben der ohnehin aufwändigeren Arbeitsweise, des höheren Risikos und der kleineren Ernten verteuern doppelte Kontrollen die Preise von Bioweinen und bremsen deren Verkauf.

Wussten Sie, dass auch wir als Bioweinversender der regelmäßigen Kontrolle gem. EU-Öko-Verordnung unterliegen, obwohl wir Biowein weder erzeugen, abfüllen oder anderweitig direkt mit Biowein in Berührung kommen? Diese Kontrollen kosten jährlich annähernd tausend Euro.
Das ist ärgerlich, unverständlich und ungerecht, vor allem weil stationäre Händler von dieser Regelung ausgenommen sind und sich viele andere Internethänder vor dieser Kontrollpflicht drücken.









Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Samstag, 24. September 2016

Bio-Zertifikate für Biowein


Dazu wollte ich schon lange etwas schreiben weil wir selbst betroffen sind. Jetzt greife ich gerne auf einen Artikel in der Zeitschrift WEINWIRTSCHAFT zurück und zitiere daraus:

„Gut, Weinkontrollen und Prüfungen sind notwendig, um sich vor Fälschungen zu schützen. Tests und Wettbewerbe dienen der Qualitätsförderung. Das sind sinnvolle Aktivitäten, die das Produkt fördern und verbessern. Was sich jedoch inzwischen rund um den Wein und nicht nur um den Wein, sondern um so gut wie alle Lebensmittel an Zertifizierungen, Qualitätssiegeln und Garantien entfaltet hat, spottet jeder Beschreibung. Die meisten Zertifikate finden sich ausgerechnet dort, wo die Produkte am billigsten verkauft werden und die Qualität auf unterstem Niveau dümpelt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Zertifikate überflüssig sind und lediglich dazu dienen, den Verbraucher in einen Scheinsicherheit zu wiegen.“

Den Vogel schießen regelmäßig Bioweine aus dem Discounthandel ab, die wir auch in unserem LEH- Weintest in dieser Ausgabe auf den Probiertischen hatten. Da prangt das EU-Öko-Siegel nebst Öko-Zertifizierungsstelle und kryptisch verschlüsselter Identitätsnummern auf dem Etikett. Der Wein ist natürlich vegan, wofür’s einen Aufkleber mehr gibt und vom – accredited Intitut H. – natürlich geprüft und für gut befunden. Auch das Bio-Label eines Öko-Verbands darf nicht fehlen, und selbstverständlich ist der Wein – fair – gehandelt und aus nachhaltiger Produktion, was noch drei Aufkleber mehr bringt. Der Wein ist zwar für konsumerfreundliche 1,70 Euro zu haben, doch wie das gehen soll und wie die - armen Winzer und Tagelöhner – fair entlohnt werden, wissen nur die Götter.
Die Wahrheit ist, das solche Produkte weder aus nachhaltiger Produktion stammen, noch die Bauern fair entlohnt werden und die Bedingungen niemals ernsthaften Anforderungen an biologische Produktion entsprechen. Um es deutlich zu sagen: Der Handel verarscht die Konsumenten nach Strich und Faden.

Haben sie schon mal solche Weine probiert? Wie fiel Ihr Urteil aus? Schreiben Sie Ihre Meinung dazu.
Erich Hartl
Unser preisgünstiger Biowein



Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Mittwoch, 2. März 2016

Das Märchen vom Extra native – vergine Olivenöl



Wer der von ARD/ZDF im Nov./Dez. 2015 ausgestrahlten Sendung Glauben schenkt, man könnte bereits ab 3 Euro einen Liter gutes Olivenöl extra native/extra vergine kaufen, mag bitte die folgenden Zeilen lesen:

Offensichtlich gibt es unzählige Olivenbauern, vor allem in der Toskana, die ein ganzes Jahr, manchmal auch 2 Jahre bzw. 7 Jahre (bei Reben während der Blüte oder starker Kälte im Winter) darauf warten, bis ein Olivenbaum je nach Größe 1 - 5 kg Oliven trägt. In der Zwischenzeit genießen sie das Leben, denn die Pflege der Olivenbäume während des Jahres erledigt sich fast von selbst und der Aufwand für die manuelle Olivenernte ist kaum der Rede wert. Sie unterbricht nur kurz das "dolce far niente". Ihr Glück ist vollkommen, wenn sie aus 5 - 10 kg Oliven – je nach Größe des Olivenkerns und des Fruchtfleischanteils – 1 Liter Olivenöl erzielen. Anschließend füllen Sie es in Flaschen die ca. 0,30 Euro kosten, kleben einen selbstbeschrifteten Zettel drauf, der über den Inhalt aufklärt, verschließen die Flaschen mit einem Korken aus den während des Wartens geleerten Weinflaschen und verkaufen die Literflasche zu einem sündhaft teuren Preis von € 1,50 an einen Großhändler. Dieser organisiert den Transport nach Deutschland, berechnet für seine Dienste einen Aufschlag von € 0,85/Flasche und verkauft es an diverse Supermärkte weiter, die ihrerseits 0,50 €  Aufschlag nehmen und das Öl zu € 2,85 zuzüglich 7 % MWST zu einem Endpreis von € 3,05 an Konsumenten abgeben.
Somit hat jeder der am Handel Beteiligten einen fairen Preis erzielt, Fair Trade also?

Wie einfältig müssen doch unsere Kunden sein, die für Olivenöle mehr als 20 Euro pro Liter bezahlen?
Sollten Sie dazu zählen, hier finden Sie super gute, pure,extra verginie Olivenöle aus der Toskana, Andalusien und Portugal – natürlich aus kontrolliert biologischer Erzeugung:
http://biowein-pur.de/epages/87b180e2-5584-4f7d-8168-acd5dfe63e0b.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/87b180e2-5584-4f7d-8168-acd5dfe63e0b/Categories/Category1/96fd0b319802304d48a45170b917cd27

Wir freuen uns auf Ihren Einkauf!

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Samstag, 20. Juni 2015

Neuer Weinskandal in Italien


Gier ist immer das Motiv! Das der Konsumenten, die möglichst billige Weine kaufen möchten, und das der Erzeuger, die sich auf die Naivität vieler Käufer verlassen können.
Das zeigt wieder einmal ein Betrugsskandal in Italien. Dort wurden die zuständigen Behörden auf eine Kellerei aufmerksam, deren Bestandsführung eine Überprüfung zur Folge hatte.
Dabei wurden am 18. Juni in einer Kellerei bei Bologna insgesamt 310.000 Hektoliter Wein, Most und Traubensaft beschlagnahmt. Zusätzlich wurden 90.000 kg Flüssigzucker, 273.000 kg Zucker sowie vier Tanks mit Zuckerwasser sichergestellt.
Das Agrarministerium teilte mit, dass es sich um ein Betrugssystem zum Verkauf von Wein, Most und Mostkonzentrat handele, bei dem Zucker nachts in anonymen Tankwagen in nicht registrierte Lagerräume der Kellerei gebracht wurde. Dieser Zucker wurde dort mit Wasser und Säuren aufgelöst und in die Kellerei befördert, wo in wundersamer Weise eine Verwandlung und Vermehrung von Wein erfolgte, der unter Verdunkelung der wahren Herkunft in den Handel gelangte.
Wie bei früheren Weinskandalen werden sich Importeure und Händler mit Verkaufs-und Importpapieren rechtfertigen, die formal in Ordnung waren, obwohl bei zu niedrigen Preise in Bezug auf die Herkunft der Weine Misstrauen angebracht gewesen wäre.
Quelle: Weinwirtschaft, ergänzt mit meiner Erfahrung und Meinung.
Erich Hartl

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Dienstag, 17. Februar 2015

Wein im Film


Der Guide Hachette ist Frankreichs renommiertester Weinführer, bekannt für seine objektiven und zuverlässigen Weinbewertungen. 
Weine für die das Herz des Guide Hachette schlägt, werden mit dem „Coup de Coeur“  (Herzschlag) ausgezeichnet. 
Diese begehrte Auszeichnung wurde kürzlich dem Côtes du Luberon rouge vom Château la Canorgue verliehen.
Ein Weingut das durch den Film „Ein gutes Jahr“ mit Russel Crowe und Marion Cotillard in den Hauptrollen berühmt wurde und außerdem seit Jahrzehnten hervorragende Biowein erzeugt.


Die Inspiration zu diesem Post kam von: http://www.edelste-weine.de/weinrallye-83-wein-film-und-fernsehen-blogparade/

Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Montag, 15. Dezember 2014

Biowein aus Portugal: Beira Interior


Etwas südlich des Douro-Flusses und im Osten an Spanien grenzend, befindet sich das in 700 m Höhe gelegene Weinbaugebiet Beira Interior. Eine Hochebene mit sanft ansteigenden Hügeln und weiten Tälern, die einfacher zu bearbeiten sind als die Steillagen am Douro. Ein kontinentales Klima mit sehr heißen Sommertagen, kühlen Nächten sowie bitterkalten Wintern bieten Winzern und Landwirten eine verlässliche Basis. 

Die Quinta da Coa besitzt neben Weinbergen im benachbarten Dourogebiet auch ausgedehnte Weinbauflächen im Beira Interior, wo auch die Quinta da Caldeirinha ihre Weinberge biologisch bewirtschaftet. Aus überwiegend einheimischen Rebsorten (Siria, Fonte-Cal, Malvasia Fina, Rabo de Ovelha, Siria und Fernao Pires) gelingen ihnen wunderschöne frische und aromatische Bioweißweine. Aragonez, Touriga Nacional, Rufeteso, Mourisco sowie Mencia (aus dem fast angrenzenden spanischen Weinbaugebiet Bierzo), Alicante Bouchet und Cabernet Sauvignon (Frankreich) sind die Basis für charaktervolle, langlebige Biorotweine mit intensiven Düften, Aromen und Geschmack bei gleichzeitiger Frische und Eleganz.
 
Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/

Dienstag, 28. Oktober 2014

Biowein aus Portugal: Vinho Verde


Vinho Verde ist das größte Qualitätsweinbaugebiet Portugals, nach diesem werden sowohl Weißweine als auch Rotweine aus dieser Region benannt. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der portugiesischen Weingesetzgebung und die Verwendung bestimmter einheimischer Rebsorten.
Es sind überwiegend fruchtige, aromatische, frische, spritzige Weißweine, die entweder sortenrein aus einer einzigen oder aus mehreren verschiedenen Rebsorten (Loureiro (blumig), Trajadura (stahlig), Arinto (mineralisch), Avesso (weich und mineralisch) und Alvarinho (mineralisch, duftend) gekeltert werden. Die hier erzeugten Rotweine sind relativ bedeutungslos und werden meist nur in Portugal getrunken.

Während früher die Reben vorwiegend an Pergolen wuchsen, wodurch die Sonneneinstrahlung behindert wurde, gedeihen sie heute überwiegend an Drahtspalieren. Diese Methode ermöglicht eine bessere Reifung der Trauben, die harmonischere Weine ergeben.

Verde, also grün und fruchtbar, ist die im Nordwesten Portugals gelegene Region, die mit zahlreichen aus den Bergen kommenden Flüssen und Bächen auf dem Weg zum Atlantik durchzogen wird. Sie erstreckt sich im Norden bis an die Atlantikküste und an die Grenze zu Spanien, im Süden reicht sie etwas über Porto hinaus. Sie ist unterteilt in neun Unterregionen, die nach den Städten und Flüssen (Monção, Melgaço, Lima, Basto, Cávado, Ave, Amarante, Baião, Paiva und Sousa) benannt werden.
Erich Hartl hartl@weinpur.de http://www.biowein-pur.de/